Edelstein-Lexikon

Edelstein-Lexikon: Von A bis Z

A

  • Absorptionsspektrum: Die charakteristischen Lichtwellenlängen, die ein Edelstein absorbiert. Ein wichtiges Hilfsmittel für Gemmologen zur Identifizierung.

  • Adularisieren: Ein schimmernder Lichteffekt, der typisch für Mondsteine ist und an Mondlicht erinnert.

  • Alexandrit-Effekt: Ein markanter Farbwechsel je nach Lichtquelle (Tageslicht vs. Kunstlicht).

B

  • Brillantschliff: Die populärste Schliffart für Diamanten, entwickelt für maximale Lichtreflexion mit exakt 57 oder 58 Facetten.

  • Beryll: Eine Mineralgruppe, zu der Smaragd (grün), Aquamarin (blau) und Morganit (rosa) gehören.

C

  • Cabochon: Ein Schliff ohne Facetten mit einer glatt polierten, gewölbten Oberseite. Ideal für Steine mit optischen Effekten wie Sternen oder Katzenaugen.

  • Carat (Karat): Das Standardgewicht für Edelsteine. $1 \text{ ct} = 0,2 \text{ Gramm}$. Nicht zu verwechseln mit dem Karat-Gehalt bei Gold (Reinheit).

D

  • Dispersion: Die Fähigkeit eines Steins, weißes Licht in seine Spektralfarben zu zerlegen (das "Feuer" eines Steins).

  • Doublette: Ein zusammengesetzter Stein, der aus einer Schicht echtem Edelstein und einer Unterlage (oft Glas oder Onyx) besteht.

E

  • Einschlüsse (Inclusions): Natürliche Merkmale im Inneren eines Steins (Gase, Flüssigkeiten oder andere Minerale). Sie sind der "Fingerabdruck" der Natur.

  • Einkristall: Ein kontinuierliches Kristallgitter, das die meisten hochwertigen Edelsteine bildet.

F

  • Facetten: Die kleinen, flach geschliffenen Oberflächen auf einem Edelstein, die seinen Glanz verstärken.

  • Fluoreszenz: Das Leuchten eines Steins unter UV-Licht.

G

  • GIA (Gemological Institute of America): Das weltweit führende Institut für die Zertifizierung von Diamanten und Farbedelsteinen.

  • Graduierung: Der Prozess der Qualitätsbewertung eines Steins (Farbe, Reinheit, Schliff, Karat).

H

  • Härte (Mohshärte): Die Widerstandsfähigkeit eines Minerals gegen Zerkratzen. Diamant hat die Härte 10, Korund (Saphir/Rubin) die 9.

  • Habitus: Die natürliche äußere Form, in der ein Kristall wächst.

I

  • Indikator: Merkmale, die auf die Herkunft (z.B. Kaschmir-Saphir) oder eine Behandlung hinweisen.

  • Irideszenz: Ein regenbogenartiges Farbenspiel auf der Oberfläche, wie man es bei Opalen findet.

K

  • Karfunkel: Ein historischer Begriff für rote Edelsteine, meist Granate.

  • Korund: Die Mineralfamilie, zu der Saphir und Rubin gehören (Aluminiumoxid $Al_2O_3$).

L

  • Lüster (Glanz): Die Art und Weise, wie die Oberfläche eines Steins Licht reflektiert (z.B. Glasglanz, Fettglanz, Diamantglanz).

  • Lab-Grown (Laborgezüchtet): Synthetische Steine, die chemisch identisch mit natürlichen Steinen sind, aber im Labor hergestellt wurden.

M

  • Matrix: Das Muttergestein, in dem ein Edelstein gefunden wird.

  • Mohs-Skala: Eine Skala von 1 bis 10 zur Bestimmung der Härte.

P

  • Pleochroismus: Die Eigenschaft einiger Steine, aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedliche Farben zu zeigen (häufig bei Tansanit).

  • Punze: Ein Stempel auf Schmuckstücken, der den Metallgehalt angibt.

R

  • Refraktometer: Ein Instrument zur Messung des Brechungsindex ($RI$), entscheidend für die Steinbestimmung.

  • Reinheit (Clarity): Das Ausmaß der Abwesenheit von Einschlüssen oder Oberflächenfehlern.

S

  • Synthese: Ein künstlich hergestellter Stein mit den gleichen physikalischen und chemischen Eigenschaften wie das natürliche Vorbild.

  • Schliffformen: Bezeichnet die äußere Kontur (Oval, Tropfen, Smaragdschliff, Herz, etc.).

T

  • Tafel: Die größte Facette auf der Oberseite eines geschliffenen Edelsteins.

  • Treatment (Behandlung): Verfahren zur Verbesserung von Farbe oder Reinheit (z.B. Erhitzen, Ölen oder Bestrahlen).

U

  • Undurchsichtig (Opak): Ein Stein, der kein Licht durchlässt (z.B. Lapislazuli oder Türkis).

  • Ultraschallreinigung: Eine Methode zur Reinigung von Schmuck. Achtung: Viele Edelsteine wie Smaragde, Opale oder Perlen dürfen nicht im Ultraschallbad gereinigt werden, da sie Risse bekommen könnten.

  • Uwarowit: Ein seltener, smaragdgrüner Granat, der meist als kleine Kristallrasen (Drusen) vorkommt.

V

  • Verneuil-Verfahren: Die älteste Methode zur Herstellung synthetischer Edelsteine (Flammenschmelzverfahren), häufig bei preiswerten Rubinen und Saphiren angewandt.

  • Vier Cs (4Cs): Die vier Hauptkriterien zur Bewertung von Diamanten: Carat (Gewicht), Clarity (Reinheit), Color (Farbe) und Cut (Schliff).

  • Verkieselung: Ein geologischer Prozess, bei dem organisches Material (wie Holz) durch Quarz ersetzt wird (z.B. versteinertes Holz).

W

  • Wassersaphir: Ein irreführender Handelsname für den blauen Iolith.

  • Widerstandsfähigkeit: Im Gegensatz zur Härte beschreibt dies, wie leicht ein Stein bricht oder spaltet (Zähigkeit). Ein Diamant ist hart, aber spröde.

  • Wollastonit: Ein Mineral, das oft als Begleitmineral in Edelsteinlagerstätten vorkommt.

X

  • Xanthit: Eine gelbliche Varietät des Vesuvianits. (Ein seltener Begriff für Sammler).

  • X-Strahlen (Röntgenstrahlen): Werden in Laboren genutzt, um natürliche Perlen von Zuchtperlen zu unterscheiden.

Y

  • YAG (Yttrium-Aluminium-Granat): Ein künstliches Produkt, das früher oft als Diamant-Imitation verwendet wurde, bevor Zirkonia auf den Markt kam.

Z

  • Zirkon: Ein natürlicher Edelstein mit sehr hoher Lichtbrechung (nicht zu verwechseln mit dem synthetischen Zirkonia).

  • Zoisit: Ein Mineral, dessen bekannteste Varietät der blaue Tansanit ist. Auch als grüne Matrix mit Rubineinschlüssen bekannt (Anyolith).

  • Zweifarbige Steine (Bicolor): Edelsteine, die zwei verschiedene Farben in einem Kristall zeigen, wie zum Beispiel der Ametrin oder zweifarbige Tourmaline.